Gotthold Ephraim Lessing: Ernst und Falk. Gespräche für Freymäurer. (1778a-HS). Hrsg. von der Projektgruppe ‚Lessing digital. Eingriffsorientierte Edition‘, S. 32; lessing-digital.hab.de/exist/apps/ediarum.lessing-digital.web/dramen/EF_HS_SBB_LS38_1778a/view/default?page=p-32, abgerufen am 14.05.2026.

Edierte Textvarianten:

  • 1778a
  • 1778b
  • 1778c
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Bereitstellende Institution:
Staatsbibliothek zu Berlin, Berlin
Signatur: Lessing Slg Nr. 38. Bl. 1 – 8

Register der Zensurspuren

Hände:

  • H1: Laufender Text mit dunkler Tinte [Verfasser, wahrscheinlich Lessing]
  • H2: Setzerzeichen: senkrechte Markierungen und Durchstreichungen mit rotem Buntstift, Seiten: 13, 25, 38, 51, 63, 71
  • H3: Handschriftliches Imprimatur in schwarzer Tinte, Seiten: v, 73
  • H4: Bibliothekarische Annotationen mit Bleistift nach Drucklegung, Seiten: iii, 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7

Materialitätsbeschreibung:

Handschriftliche Druckvorlage für 1778a (Manuskript in Pappband in Lessing-Sammlung; Nr. 38 nach Lülfing); Beschreibung lt. Milde, Gesamtverzeichnis der Lessing-Handschriften (2016), S. 182:

„Einbd: Pappband mit grau-grün-violett marmoriertem Papier bezogen, teilweise schadhaft. Zusammen mit den Beilagen in weißer Mappe, ca. 39 x 29.5, mit dunkelrotem Rücken; C.R. Lessings Monogramm auf dem Vorderdeckel in der linken oberen Ecke. Prov.: Lt. D. R. Lessings Katalog I, 167: ,Gekauft im April 1897 von einem Enkel Georg Christoph Lichtenbergs Emil Lichtenberg in Bremen.‘ Aus dem Nachlaß Georg Christoph Lichtenbergs (vgl. LM 13, 340). LM 13, 339-368. Vgl. LM 15, 484-485 Anm. 1.

1 Bd. mit 39 Bl. (Seitenzählung: 2 ungez. Bl., S. 1-72, 1 ungez. Bl., ab S. 8 von Lessings Hand [Anm. VTW: Woher stammt diese Einschätzung? Kein erkennbarer stilometrischer Unterschied zu den Seiten davor]); 16,5 x 10.5; S. 1-4 Widmung an den Herzog, alle S. außer den ersten beiden, der Rückseite des Titelbl., S. 2 und der letzten S. beschrieben.“

Variantenbeschreibung:

S. ebd. Milde, S. 182: „Fr. Hde [Fremde Hände]: Bl. 1 r oberer Rand Mitte, Bleistift: No. 2.; Bl. 2r rechts unten, braune Tinte: Impr. Heyne; S. 13 Zeile 5 ,Falk‘ rot angestrichen; S. 25 Zeile 6 zwischen ,ist der‘ roter Strich; S. 38 Zeile 5 ,Ernst‘ rot angestrichen; S. 51 Zeile 5 vor ,denn‘ roter Strich; S. 63 Zeile 4 ,Ernst‘ rot angestrichen; S. 71 Zeile 7 ,Ernst. Geh, du bist schläfrich. Ich auch.‘ rot durchgestrichen; S. 73 unten, braune Tinte: 2. Sept. 78. Impr. Heyne.

Das als Druckvorlage für den Erstdruck 1778 der Gespräche I-III dienende Manuskript ist nach Milde Lessings Hand zuzuordnen (zumindest ab S. 8, Begründung hierfür fehlt). Es weist Eingriffe von fremder Hand auf, die im Fall der handschriftlichen Ergänzung in Bleistift die Nummerierung der Abschrift betrifft („No. 2“); bei den Imprimatur-Angaben handelt es sich mit großer Wahrscheinlichkeit um die Signatur Christian Gottlob Heynes, dem Göttinger Universitätsbibliothekar, der im Publikationskontext als Zensor fungierte (vgl. LM 13, S. 340). Die roten Anstreichungen sind als Setzerzeichen zu verstehen (ebd.); entsprechend markieren sie bis auf S. 71 Seiten- und Bogengrenzen im Erstdruck (A5 auf B; B5 auf C; C5 auf D; D5 auf E). Die Durchstreichung der Dialogzeile auf S. 71 („Ernst. Geh, du bist schläfrich. Ich auch.“) wird im Erstdruck konsequent umgesetzt; dort findet sich diese nicht mehr. Auffällig ist die doppelt angelegte Dialogzeile, sodass direkt unter der gestrichenen eine (nicht nachträglich hinzugefügte) Alternative für Ernsts Figurenrede platziert ist, die denn auch Eingang in die Druckfassung findet. Offenkundig bestand also in der Druckvorlage eine Auswahl mit zwei Optionen für die gleiche Figurenrede, von denen eine im Druckprozess durchgestrichen wird/werden kann. Zu dem aus Lichtenbergs Nachlass stammenden Manuskript bemerkt LM 13, S. 340, dass das Datum des Imprimatur, „dem zu Folge der Druck der drei Gespräche in die ersten Septemberwochen fiel, […] genau zu einer Aufzeichnung Lichtenbergs [stimme], nach der er am 29. August die Handschrift von ,Ernst und Falk‘ gelesen hat.“

32.
Falk.

Glaubſt du, daß die Menſchen für die Staaten erſchaffen
werden? Oder daß die Staaten für die Menſchen ſind?

Ernſt.

Jenes ſcheinen einige behaupten zu wollen. Dieſes aber
mag wohl das Wahrere ſeyn.

Falk.

So denke ich auch. — Die Staaten vereinigen die Menſchen,
damit durch dieſe und in dieſer Vereinigung jeder einzelne
Menſch ſeinen Theil von Glückſeligkeit deſto beſſer und
ſichrer genieſſen könne. — Das Totale der einzeln Glückſe
ligkeiten
aller Glieder, iſt die Glückſeligkeit des Staats.
Auſſer dieſer giebt es gar keine. Jede andere Glückſe
ligkeit
des Staats, bey welcher auch noch ſo wenig einzelne
Glieder leiden, und leiden müſſen, iſt Bemäntelung der Tyranney.
Anders nichts!

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