Die Gespräche IV und V von Lessings Ernst und
Falk erscheinen zu Lebzeiten in einem anonym besorgten
Fortsetzungsdruck 1780. Die vorliegende Transkription hat den
mit großer Wahrscheinlichkeit von Adolph Freiherr von Knigge (s.
B 10, S. 701) herausgegebenen Fortsetzungsdruck (1780, Gespräche
IV und IV, 61 Seiten) in der für das 18. Jahrhundert typischen
Frakturschrift (mit Hervorhebungen in Antiqua und der gotischen
Schriftart ,Schwabacher‘) zur Grundlage. In der Hauptvariante
(a) liegt er in einer Zusammenbindung mit dem Erstdruck von 1778
(Gespräche I-III, 93 Seiten) an der Herzog August Bibliothek
Wolfenbüttel (EF_DR_HAB_LO4622_1778a) vor. Ein
Einzeldruck des Fortsetzungsdrucks ist auch für die
Niedersächsische Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen
belegt (Ernst und Falk - vd18).
Lessings Verfasserschaft für die Gespräche IV und V wird
vorausgesetzt, wiewohl der vorliegende Fortsetzungsdruck durch
Eingriffe des Herausgebers kontaminiert ist (z.B. durch
Hinzufügung einer an den Erstdruck angelehnten ,Vorrede eines
Dritten‘ und durch Asteriske, die Freimaurernamen bzw. -Begriffe
verschlüsseln). Zur Wahl der Textgrundlage und Diskussion der
Autorisation s. die editorische Dokumentation.
Der in Frankfurt am Main erschienene Fortsetzungsdruck im Oktavformat
weist in der Titelei keinen expliziten Verfasser- bzw. Herausgebernamen
auf. Wahrscheinlich wurde er von Johann Carl Brönner (1738-1812) in H. L.
Brönners Druckerey (GND-Nr.: 5205468-8) verlegt
(s. Fenner, Neuigkeiten über Knigge und Lessing, S. 480, s. B 10, S.
701). Charakteristisch für den Fortsetzungsdruck in der Hauptvariante
sind S. 12 („Was kann ich anders?“), S. 28
(„Wenn das in die Länge gut geht!“), S. 41 („Was
für ein Locke?“), S. 52 („Wo bliebst Du?“) sowie die moderne Schreibweise von
„London“ (S. 54ff.).