B 10, S. 778: „,Observanz‘: Aus dem Lat. (,Beobachtung, Regel‘) für die einzelnen Gruppen und Richtungen der Freimaurer.“
Vgl. „Strikte Observanz“ in Internationales Freimaurerlexikon, S. 812-813: „[…] ein Hochgradsystem, wie zahlreiche andere im 18. Jahrhundert entstanden, das durch eine besonders günstige Verkettung von Umständen einen über seinen geistigen Inhalt weit hinausgehenden Einfluß auf die deutsche Freimaurerei erlangte. In der Freimaurerei hatte der Gedanke des Templertums um 1737 Wurzeln geschlagen. Man setzt den berühmten ,Discours‘ des Chevalier Ramsay [...] von 1737 gerne an den Anfang dieser merkwürdigen Entwicklung. Der Inhalt der freimaurerischen Templerlegende besagt in Kürze, daß nach dem Pariser Autodafé des Jahres 1314, bei dem der letzte Templergroßmeister, Jacques de Molay, als Opfer päpstlicher und königlicher Machtgier sein Leben auf dem Scheiterhaufen beendete, die Tempelritter in Schottland im geheimen weitergewirkt und ihre Lehre kommenden Geschlechtern erhalten hätten. [...] Historischer Kritik hält diese Legende nicht stand[.] Aber sie wurde bereitwilligst geglaubt. [...] Man hielt sich für berechtigte Nachfahren der alten Tempelritter, die sich hinter dem Maurerschurz solange gedeckt haben sollten. [...] Ein großer äußerer Erfolg war es, als Herzog Ferdinand von Braunschweig […] 1772 zum Magnus superior ordinis per Germaniam inferiorem gewählt wurde. Als dieser 1775 in feierlicher Prozession zum Konvent von Braunschweig zog, gehörten 26 deutsche Fürsten seinem System an. Aber das System ging schließlich trotz des äußeren Ritterprunks an seiner Inhaltslosigkeit zugrunde. [...] Die Mehrzahl der Großlogen und Logen sagte sich los. Der feudale Gedanke des Rittertums hatte ausgespielt, die Gedanken der bürgerlichen Revolution kündigten sich an. Die Ritter im Harnisch wurden Gespenster der Ahnengalerie, die nur noch mit vagen Vorstellungen von geheimen Oberen und ritterlichem Herkommen verbunden blieben. Für Lessing war das System stets eine ,Träumerei‘, für Goethe eine ,weiß-rote Maskerade‘ gewesen. […]“

Fundstellen in der Lesefassung (basierend auf den a-Varianten):

Keine Fundstellen vorhanden.

Fundstellen in den Paralipomena:

Keine Fundstellen vorhanden.

Forschungsbibliographie:

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