Ernst und Falk.
Paralipomena
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Leser verkennen, noch ich selbst Leser anlocke, die sich am Ende über ge ⸗täuschte Erwartung1 beklagen könnten.2
Ich weiß von den3
wahren oder angeblichen Geheimnissen4der
Freymaurer nichts;5 ich lasse sie an ihren6 Ort gestellt seyn; ich will kein
Urtheil über sie wagen; ich kann keine Verrätherey an ihnen begehen.
Nur so viel glaube ich: sie sind weder der Weg zur Hölle noch zum
Himmel.
Alles was ich vorhabe ist lediglich, einen historischen
Umstand auf⸗
zuklären, von welchem die Freymaurer selbst gestehen werden,
daß er sich
von einem Uneingeweyhten7 noch wohl könne errathen8 lassen. Wäre
es
noch dazu ein Umstand, von dem sie selbst keinen Anfang oder Ursache
anzugeben wüßten: so wäre es möglich, daß meine Gedanken selbst ihren
Beyfall, es sey im Ernste oder nur zum Scheine, erhalten könnten. Denn
es kann ohnmöglich9 der Freymaurerey anders gehen, als es allen Sekten
und Gesellschaften gehet,10 deren erste Zeiten voller Dunkelheit sind, die
man in Ermangelung der strengen Wahrheit wenigstens durch wahrschein⸗
liche Muthmaßungen zu erhellen suchte.
Es betrift, dieser Umstand, den Ursprung der Freymaurer:
nicht
der Freymaurer, in so fern sie eine Gesellschaft sind, welche sich des
Be⸗
sitzes dieser und11 jener Geheimnisse rühmt; – (denn noch
einmal, ich