Ernst und Falk.
Paralipomena
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habe mit ihren Geheimnissen nichts zu schaffen) – sondern der Frey⸗maurer, in so fern sie diesen Namen der Freymaurer führen.
II.
Denn ich glaube nicht, daß man es der1Welt jemals
im Ernste
überreden wollen3, daß die
eigentliche Mauerey3, oder die ausübende
Baukunst, das wirkliche Geschäft4 der Gesellschaft
sey. Die Freymaurer
bekennen es wenigstens itzt5, ohne Ausnahme, daß sie von der Mauerkunst6
gewisse Gebräuche und Formeln entlehnt haben, um unter der Hülle der⸗
selben nur denen verständlich zu seyn, welche den Schlüssel
dazu besitzen:
Anderson, der Zusammenschreiber ihres Constitutionsbuches, der uns
die Geschichte der Architektur für die Geschichte des7 Ordens gab, würde
freylich den Spaß ein wenig zu weit getrieben haben, wenn man ihn
in8
Verdacht haben könnte, es sey ihm wahrscheinlich9
gewesen, daß man
dieses Alles zu thun als ein Evangelium anführen werde. Aber er
druckte10
seinem Werke so viele und so unzuverkennende11 Spuren der Erdichtung,12
bis auf einen gewissen Zeitpunkt, ein: daß unmöglich jemand dadurch
betrogen werden konnte13, als der sich nicht willig wollte betrügen lassen.
Hiemit fallen sonach alle nichtige Vorgeben weg, welche die
Ent⸗
stehung des ordens von Errichtung irgend eines großen
Gebäudes her⸗
leiten. Weder die Arche des Noah, noch der Tempel des
Salomo, noch
der neu zu errichtende Tempel in14 Jerusalem15 zu den Zeiten der16 […]
Dahingegen entsteht die Frage: wenn der Orden mit der
eigentlichen
Mauerey nichts zu thun hat; wenn er von diesem Handwerke bloß
Sprache und Gebräuche entlehnt hat; wie kam es, daß er eben auf ein
Handwerk, und gerade auf dieses und kein anderes17 verfiel? Wie wenig
ist die Maurerey, um ihm18 zu den erhabensten Gedanken von ihr19 Fabeln