1632
1704

Anmerkung

    „Locke, John, englischer Philosoph, *1632, + 1704, dessen philosophisches System hier weniger von Belang ist als die aus seiner Ethik abgeleiteten Toleranzsätze. Seine Briefe über Toleranz sind zu einer Zeit entstanden, da er selbst sich vor Nachstellungen Jakobs II. in Holland verborgen halten mußte. Es sind im ganzen vier Briefe (1689-1690, 1692 und 1704). Der Grundgedanke ist Duldung gegen jede religiöse Ansicht und Gemeinschaft, und zwar unbeschränkte, gleichmäßige Duldung[.] Durch diese Gedankengänge hat er seine Zeit sehr befruchtet. Sie kehren in den Constitutions der Londoner Großloge in Andersons Fassung wieder. Wie sehr sich die Freimaurer als geistige Nachfahren L.s betrachteten, beweist deutlich der Fälschungsversuch des sogenannten Leland-Manuskriptes (s. Freimaurerverhör, [ggf. intern verlinken!]), erschienen 1753, das auf König Heinrich VI. zurückgehen soll, das aber als unecht erkannt wurde. L. soll dieses Manuskript in der Bibliothoca Bodleiana gefunden und mit einer Erläuterung dem Grafen Pembrocke geschickt haben. Der im 18. Jahrhundert mehrfach abgedruckte angebliche Brief L.s enthält Behauptungen über das geheimnisvolle Wesen der früheren Logen und besondere Fähigkeiten der Freimaurer, die sogar weit über die üblichen Geschichtsklitterungen der alten Konstitutionen hinausgehen. Es ist zweifellos eine Fälschung eines Freimaurers, der durch die Beschwörung der Autorität L.s dem Manuskript einen besonderen Wert verleihen wollte. Die Bezeichnungen L.s zur Freimaurerei bestehen. Allerdings nicht durch seine Körperlichkeit, sondern durch den Geist seiner Humanitätsbriefe. “ Aus: „Locke“ in Internationales Freimaurerlexikon, S. 520.

Verweise

Fundstellen in der Lesefassung (basierend auf den a-Varianten):

Gespräch V:
„Locke“

Fundstellen in den Paralipomena:

Keine Fundstellen vorhanden.

Forschungsbibliographie:

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