„Juden“ in Internationales Freimaurerlexikon, S. 441-445: „Daß die ältesten freimaurerischen Urkunden deutlich einen christlichen Charakter zeigen, ist an anderer Stelle (s. christliche Freimaurerei [s. Artikel im Freimaurerlexikon, S. 179-180, erg. VTW]) dargelegt. Eine Änderung trat ein, als Anderson [interner Verweis; P: Anderson, vgl. Paralipomena] in seiner Konstitution vom Jahre 1723 diesen christlichen Charakter zugunsten einer ,Religion, in der alle Menschen übereinstimmen‘, veränderte. Wohl hat er in der zweiten Auflage 1738 den christlichen Charakter der Freimaurerei wieder festzulegen versucht, aber die Großloge von England kehrte doch wieder zu der ersten, alle religiösen Anschauungen überbrückenden Fassung zurück. In England spielte die Frage der Zulassung von J. praktisch niemals eine Rolle. [...] Anders liegen die Verhältnisse in Deutschland. Hier muß in Betracht gezogen werden, daß die soziale Stellung des J. bis weit ins 19. Jahrhundert hinein eine sehr gedrückte war. (Moses Mendelssohn, dem Freund Lessings, wurde, wenn er auf Reisen ging, von der Torwache der Judenzoll nach dem Tarif für einen polnischen Stier abgenommen!) J. als gleichberechtigte Mitglieder waren demnach eine ganz unmögliche Vorstellung. Aber die deutschen Logen wurden durch J., die in England oder auch in Frankreich aufgenommen worden waren und die sich zum Besuch meldeten, zur Stellungnahme grundsätzlicher Art gezwungen. In Hamburg erschienen 1749 drei portugiesische J. zu Besuch der Loge. Da, wie Schröder schreibt, darüber im Protokoll sonst keinerlei Bemerkung vorfindlich ist, nahm man es als etwas Selbstverständliches hin. 1787 sprach sich die Provinzialloge unter v. Exter ausdrücklich für die Zulassung jüdischer Besuchender aus. Hans Heinrich von Ecker und Eckhoffen (s.d.), der auch im Orden der Asiatischen Brüder J. zuließ, trat 1788 mit einer aufsehenerregenden Broschüre hervor: ,Werden, können Israeliten zur Freimaurerei aufgenommen werden?‘“ ; Eckhoffens Essay findet sich in einer Zusammenbindung des Wiesbadener Exemplars hinter Ernst und Falk [Signatur/Information ergänzen].

Fundstellen in der Lesefassung (basierend auf den a-Varianten):

Gespräch IV:
„Juden“

Fundstellen in den Paralipomena:

Keine Fundstellen vorhanden.

Forschungsbibliographie:

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