1655
1697

Anmerkung

    „Das Schwedische System ist französischen Ursprungs. Es hat nur in S. selbst, in Dänemark und Norwegen festen Fuß gefaßt, ist auf die Große Landesloge der Freimaurer von Deutschland übergegangen und stellt einen Seitenzweig der Freimaurerei vor, der nur wenig Verbindung mit den übrigen Systemen hält. [...] 1771 kam Gustav III. an die Regierung. Er schloß sich mit seinen Brüdern, den Herzogen Karl und Friedrich Adolf, dem Bund an. Von dieser Zeit an entwickelte sich die Sonderstellung des Königshauses zur schwedischen Freimaurerei. Der 1773 auch ins Kapitel eingetretene Herzog Karl von Södermanland, der spätere König Karl XIII., der dem Freimaurertum ein ganz besonderes Interesse entgegenbrachte, stand diesem bereits 1774 vor; er gelangte so an die Spitze der gesamten schwedischen Freimaurerei. Kurz nachher starb in Deutschland der Heermeister der Strikten Observanz, Freiherr von Hund[.] Das schien dem Herzog ein Anlaß, seine Lehrart mit der Strikten Observanz zu vereinigen, und so bewarb er sich um das Heermeisteramt. Gegen die Wahl wurden auf deutschem Boden schwere Bedenken geltend gemacht, einmal solche politischen Charakters, dann fiel aber auch die Tatsache sehr ins Gewicht, daß Zinnendorf 1770 in der Großen Landesloge der Freimaurer von Deuetschland (schwedischen Systems) der Strikten Observanz eine sehr ernstzunehmende Rivalin geschaffen hatte. Daraufhin erklärte die Schwedische Großloge 1777 bei zwei Gelegenheiten, daß sie niemals Logen außerhalb des Königreichs S. konstituiert, auch an Zinnendorf kein Patent gegeben habe. ,Wenn daher v. Zinnendorf angebe, ein solches zu besitzen, sei dasselbe wertlos.‘ Der Herzog wollte also nichts von dem wissen, was Eckleff in bezug auf Deuschland getan hatte. Infolge dieser Erklärung kam es in Hamburg zu einer Zusammenkunft zwischen Bevollmächtigten Karls und des Braunschweiger Ordensdirektoriums und in der Folge zur Wahl des Herzogs auf dem Konvent zu Wolfenbüttel 1778 und zum Abschluß des Vereinigungsvertrages (Freundschaftsvertrag auf Gegenseitigkeit) in Braunschweig 1779. Praktische Bedeutung erhielt dieser Schritt aber nicht. Im Schoß der Großen National-Mutterloge in Berlin, in Dänemark, in Schweden selbst erhob sich starke Opposition. Schon 1781 legte der neue Heermeister sein Amt wieder nieder, nachdem er vergeblich versucht hatte, den vom Herzog Ferdinand von Braunschweig [ggf. verlinken auf Lemma, GND-Eintrag und Unterpage] nach Wilhelmsbad einberufenen Konvent zu verbieten. Er schied mit dem Bemerken, ,daß Wir ins künftige nichts weiter mit den deutschen Brr. zu beraten und zu verhandeln haben‘. 1780 wurde gemäß der behaupteten Templertradition in feierlicher Weise S. zur IX. Provinz des Ordens erklärt, mit Herzog Karl als Vicarius Salomonis und seinem Bruder Friedrich Adolf, Herzog von Ostgotland, als Landesgroßmeister.“ Aus: „Schweden“ in Internationales Freimaurerlexikon, S. 765 ff..

Verweise

Fundstellen in der Lesefassung (basierend auf den a-Varianten):

Gespräch V:
„Carl der elfte, König von Schweden“

Fundstellen in den Paralipomena:

„Carl XI. König von der [anscheinend H.] Schweden“

Forschungsbibliographie:

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